Bitte beachten Sie: Manche Informationen sind nach einem Jahr noch aktuell, andere schon nach drei Monaten veraltet. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie gern nachfragen.

wie soll man vorgehen...??? (PSA)

Frage
Hallo,
Möchte Ihnen gerne unsere Situation hier kurz schildern.
Unsere Tochter ( 6 cf)hatte bereits vor 3 jahren einen PsA Erstnachweis---
dieser wurde mit 14 tage IV und 3 Monate Inhalation von tobi bahandelt----> der PsA war daraufhin nicht mehr nachweisbar und die PsA Antikörper waren weiterhin negativ.
Diesen Apr. war er erneut in einem einzigen Abstrich nachweisbar...es folgte eine Behandlung mit Cibrobay ( oral) für 8 Wochen / parallel dazu inhalierten wir wieder TOBI über 3 Monate.
Die Antikörper Kontrolle ergab folgenden befund:
Ein Antikörper war 0, einer 860 und einer über 1250 ( ich glaube 1300)...
was also zeigt, dass sich das Immunsysthem, dieses mal mit dem PsA auseinandergesetzt hat=(....
Unsere Tochter hatte in diesem Jahr auch sehr viele Infekte , im NNH Bereich.
Im Juni hatte sie eine NNH OP , ---es ist nicht auszuschliessen, dass sich der PsA auch irgendwo in diesem Bereich versteckt hatte....
Seit der OP ist sie absolut infektfrei=)
Alle weiteren Abstriche bisher waren PsA frei...
.
Nun zu meiner eigentlichen Frage:

Wie ist dieser Anstieg der Antikörper zu werten.????
Bzw, sollte dieser Baustein ein Indiz für eine Umstellung der Therapie sein???
Unser CF Arzt zieht in Erwägung wieder mit der Inhalation von TOBI zu beginnen..
bzw eine IV Therapie ist auch im Gespräch????
LuFU :
FeV 1 : 110%
VC: > 105 %
Wir sind einfach sehr unsicher, ob man bei sehr gutem AZ und Infektfreiheit aufgrund dieer Werte so knallhart vorgehen muss...
Über Ihre Einschätzung und Meinung wären wir sehr gespannt
LG
Antwort
Guten Tag,

wie Sie sehr detailliert beschreiben, hatte ihre Tochter vor 3 Jahren das erste Mal eine Besiedlung mit Pseudonmonas aeruginosa. Die Behandlung mittels einer 14 tägigen i.v. Therapie und anschließender Inhalation mit Tobi war sicher eine richtige und wie sich gezeigt hatte auch eine erfolgreiche Entscheidung zur Eradikation des Keims. Von einer Besiedlung sprechen wir, wenn noch keine nachweisbare Auseinandersetzung des Keims mit dem Immunsystem stattgefunden hat und somit keine Pseudomonas-Antikörper nachweisbar sind.

Nach nun drei Pseudomonas- freien Jahren ist der Keim erneut nachweisbar. Diesmal hat er zu einer Antikörperbildung geführt, als wahrscheinlich länger schon Kontakt zur Schleimhaut gehabt. Trotzdem ist bei der von Ihnen beschriebenen normalen Lungenfunktion ihres Kindes ein erneuter Eradikationsversuch dringend zu empfehlen- Sie haben ja auch schon oral mit Ciprobay und inhalativ mit Tobi behandelt und außerdem die oberen Atemwege, soweit das durch eine Operation möglich ist, saniert.

Jetzt muss durch regelmäßige Rachenabstriche- besser wären Sputumuntersuchungen- die man auch durch Provokation mit hypertoner Kochsalzlösung erzwingen kann- herausgefunden werden, ob ihr Kind Pseudomonas frei, oder weiterhin besiedelt ist. Wenn erneut Pseudomonas gefunden wird, sollte eine adäquate Therapie eingeleitet werden. Es gibt viele mögliche Wege der Therapie, die sich von Land zu Land und Zentrum zu Zentrum unterscheiden; die i.v. Therapie ist oft ein wichtiger Teil. Eine mögliche Option, die ich vorschlagen würde, ist, dass nach der i.v. Therapie nochmals mit Ciprofloxacin und eventuell Colistininhalation 2 mal 2 Ampullen an Stelle von Tobi für 3 Monate behandelt werden sollte. Um das richtig Therapieregimen für Sie zu finden, ist es notwendig, mit Ihren Ärzten im CF Zentrum zu sprechen, die alles über den spezifischen Krankheitsverlauf in Ihrem Fall wissen.

Betreffend die erhöhten Pseudomonas Antikörper-Titer: es könnte hilfreich sein, eine erneute Kontrolle des Wertes vorzunehmen, um das Risiko eines falsch positiven Ergebnisses zu minimieren. Die Frage, wie positive Antikörper-Titer interpretiert werden sollen ohne einen mikrobiologischen Nachweis von Pseudomonas in der Kultur, ist nicht leicht zu beantworten und die Meinungen unter Experten gehen auseinander, ob eine Behandlung nur begonnen werden sollte, aufgrund von positiven Antikörper-Titern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Antikörper-Titer in einigen Fällen unspezifisch erhöht ist.

Sollte allerdings im Rachenabstrich, oder noch besser im Sputum, kein Pseudomonas nachweisbar sein würde ich nur auf Grund der leicht erhöhten Antikörper erst mal keine weiter antibiotische Therapie durchführen, sondern bis auf Weiteres in vier- wöchigen Abständen Rachenabstriche bzw. Sputum untersuchen lassen. um bei erneutem Pseudomonas-Nachweis sofort therapieren zu können.

Mit besten Grüßen
Ernst Rietschel


09.10.2008
Die Antwort wurde erstellt von: Dr. E. Rietschel
14.01.09: Der dritte Absatz wurde leicht abgeändert.