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Kaftrio und Quviviq - Wechselwirkung
- Frage
- Sehr geehrte Damen und Herren,
beide Medikamente werden über das gleiche Leberenzym verstoffwechselt. Ich nehme täglich lediglich eine Kaftrio und soll 25mg Quviviq nehmen. Kann ich das bedenkenlos nehmen?
Vielen Dank für ihre Rückmeldung
E.F. - Antwort
- Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
in der Tat werden sowohl die Inhaltsstoffe von Kaftrio(R), Elexacaftor, Tezacaftor und Ivacaftor von dem gleichen Enzymkomplex wie Daridorexant (Quviviq(R)) verstoffwechselt. Alle vier Wirkstoffe konkurrieren quasi um die gleichen Enzyme - CYP3A4 und CYP3A5. Deswegen kann man hypothetisch annehmen, dass bei gleichzeitiger Einnahme die Serumkonzentrationen aller Wirkstoffe steigen, da die Enzyme quasi zu sehr mit der gleichen Aufgabe beschäftigt sind.
ABER: 1. die von Ihnen eingenommene Dosis (eine Tablette) von Kaftrio ist nur die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis von zwei Tabletten.
2. die vorgeschlagene Einnahme von 25mg Daridorexant beträgt die Hälfte der maximalen Tagesdosis dieses Wirkstoffes.
3. das Nebenwirkungsprofil von Daridorexant ist bei dieser Dosis nur wenig von Placebo zu unterscheiden. Insgesamt wird diese Substanz aufgrund des neuartigen Wirkmechanismus als sehr sicher angesehen. Da es sich um ein Medikament zur Behandlung von Erwachsenen mit Schlafstörungen handelt, ist nicht überraschend, dass als Nebenwirkungen Müdigkeit, Schwindel und Übelkeit aufgeführt werden. Diese sind aber nicht zwingend mit der Dosis korreliert, weswegen ein möglicherweise durch die Einnahme von Kaftrio verursachter Anstieg des Wirkspiegels von Daridorexant nicht gleichbedeutend mit einer Häufung bzw. Verstärkung von Nebenwirkungen assoziiert sein muss.
Dennoch sollte aufgrund des zumindest theoretisch vorliegenden Interaktionspotentials die Verträglichkeit der gleichzeitigen Einnahme von Quvivig(R) beobachtet werden. Hier ist ein enger Austausch mit den Verordnern sinnvoll.
In der Summe betrachte ich aber die Kombination dieser Arzneimittel als vertretbar.
Martin Hug - 29.07.2025
- Die Antwort wurde erstellt von: Prof. Dr. Martin J Hug








