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Reduktion von Kalydeco

Frage
Liebes Expertenrat Team,
ich hätte gerne Ihre Meinung zu folgendem Thema: aufgrund mehrere Schweißtests die unter Kraftrio/Kalydeco immer zwischen 10 und 18 mmol/l ausfielen, was ein sehr niedriger Wert ist, hat meine CF Ambulanz jetzt überlegt, ob bei mir vielleicht weniger mehr sein könnte. Fazit: ich solle das Kaftrio jeweils eine Tablette morgens, eine abends nehmen und das Kalydeco weglassen. Dazu muss ich sagen, dass ich keinerlei Nebenwirkungen unter der jetzigen üblichen Dosis habe und diese seit fünfeinhalb Jahren inzwischen nehme.
Da ich keine Nebenwirkungen habe und das Medikament so gut bei mir anschlägt, bin ich sehr verunsichert ob dieses kleinen Experiments… hatte es jetzt versuchsweise reduziert, darunter aber direkt „Erkältungssymptome“ bekommen. Ob die kausal mit der Reduktion zusammenhängen ist natürlich nicht abschließend geklärt. Meine Idee ist nun die (so auch abgesprochen mit den Ambulanz Ärzten): eine erneute Reduktion kurz vor dem nächsten Ambulanz Besuch zu versuchen; es hieß, dass ein reduzieren (also Kalydeco absetzen), eine Woche vor dem Ambulanz Termin ausreiche, um einen validen Schweißtest Wert zu bekommen.
Nun meine Frage an Sie: ist so ein Vorgehen beziehungsweise die entsprechende Überlegung dazu üblich!? gibt es dazu bereits Erfahrungen? Was spräche für die Reduktion und was dagegen?
Herzlichen Dank, UE (CF, w, 54J, FeV1 68)
Antwort
Liebe Anfragende, Lieber Anfragender,
Sie möchten wissen, ob bei Ihnen eine Dosisreduktion von Kaftrio und Kalydeco möglich ist, ohne dass die Wirkung der Medikamente verloren geht. Sie berichten, dass Sie die volle Dosis gut vertragen und dass sich Ihr Schweißtest unter der Therapie im Normalbereich befindet. Eine kurzzeitige Dosisreduktion haben Sie zeitlich mit Erkältungssymptomen in Verbindung gebracht.
Grundsätzlich gilt, dass die Dosis eines Medikaments kann und sollte individuell angepasst werden, abhängig von Wirkung und möglichen Nebenwirkungen. Das sollte jedoch immer in enger Absprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Eine eigenständige Änderung der empfohlenen Dosierung ist nicht zu empfehlen.
Bevor eine Dosisreduktion bei Kaftrio und Kalydeco in Betracht gezogen wird, ist es sinnvoll, die aktuelle Wirksamkeit der Therapie genau zu überprüfen. Dazu gehören zum Beispiel:
• Wie stark hat sich Ihr Schweißtest verbessert?
• Wie hat sich Ihre Lungenfunktion entwickelt?
• Hat sich Ihre Infektanfälligkeit verändert?
Diese Werte sollten möglichst kurz vor einer geplanten Dosisänderung erneut erhoben werden. Zusätzlich kann es hilfreich sein, den Medikamentenspiegel im Blut zu bestimmen. Ein Medikamentenspiegel im Blut kann beispielweise über das Mukoviszidose -Zentrum München, Fachbereich Pneumologie, Klinikum der LMU / Campus Innenstadt, Ziemssenstraße 1, 0336 München erfolgen.
Im nächsten Schritt kann dann eine reduzierte Dosis über einen festgelegten Zeitraum (z. B. 4 bis 8 Wochen) getestet werden. Am Ende dieser Phase sollten die gleichen Untersuchungen erneut durchgeführt werden, idealerweise wieder inklusive einer Blutspiegelbestimmung. So kann Ihr Arzt beurteilen, wie sich die Dosisänderung auf Ihre Erkrankung auswirkt und ob die Therapie weiterhin ausreichend wirksam ist.
Zu Ihrer letzten Frage: Eine Dosisänderung kurz vor einer Schweißtest-Kontrolle kann bereits Auswirkungen zeigen. Tatsächlich kann sogar eine Änderung einen Tag vor dem Test messbare Unterschiede verursachen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dr. med. Christina Smaczny
05.05.2026
Die Antwort wurde erstellt von: Dr. med. Christina Smaczny